12 monkeys

12 MONKEYS

Wer hat die Kokosnuss geklaut?

 

1995 ist mittlerweile auch schon wieder eine Weile her. Gute Filme wurden aber auch schon vor zwei Jahrzehnten gedreht. Jan hat hier schon angekündigt, dass er nicht müde werden wird, auch Filme vorzustellen, die eine 19 am Anfang der Jahreszahl stehen haben. Und ich will ihm da in Nichts nachstehen.

 

Zeitreisen waren im Fantasygenre schon immer ein gerne aufgegriffenes Thema. Vom Planet der Affen über die Terminator Reihe,  Zurück in die Zukunft, oder in neuerer Zeit Donnie Darko, Butterfly Effect und Looper. Filme zu diesem Thema gibt es reichlich. Zu den wohl besseren dieses Genres gehört 12 Monkeys.

 

Terry Gilliam, der für seinen ausufernden Stories (z.B. Fear and Loathing in Las Vegas) bekannt ist, entwirft in 12 Monkeys ein opulentes, teilweise verstörendes Zukunftsszenario: Wir schreiben das Jahr 2035. Die Menschheit ist am Ende. Durch einen Virus so gut wie ausgelöscht. Die Überlebenden haben sich unter die Erde zurückgezogen. Freiwillige kehren sporadisch an die Oberfläche zurück. Zu ihnen gehört Bruce Willis. Ihm wird jedoch eine weit wichtigere Mission zu teil. Er soll in die Vergangenheit reisen um mehr über das Virus zu erfahren und dessen Ausbruch zu verhindern.

 

Eine der Stärken des Films ist meiner Meinung nach die fast schon hellseherische Leistung die Probleme der Gegenwart zu erkennen. Sorgen und Ängste, die uns fast 20 Jahre später beschäftigen, erhöht der Film auf so abstruse Weise, dass es einem fast Angst werden kann. Die Vorhersagen sind teilweise erschreckend nah, an dem was wir heute Alltag nennen. Egal, ob es um die Überwachung durch „die Obrigkeit“ geht, die zur Zeit in der Diskussion steht, oder die pausenlose Bestrahlung der Bevölkerung mit Werbung. Die schwarzmalerische Darstellung Gilliams aus dem Jahr ist heute Realität geworden.

 

Die schauspielerischen Leistungen von Bruce Willis und Brad Pitt, der für einen Oscar in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ nominiert wurde, sind außerdem herauszustellen. Willis schauspielerische Klasse, die viel zu oft aufgrund der Actionlastigkeit seiner Filme zu kurz kommt, kommt in 12 Monkeys richtig zur Geltung. Brad Pitt verleiht seinem Charakter eine psychopathische Art, die seines gleichen Sucht.

 

Wer sich auf eine teils schizophrene, fast hypnotische Reise durch die Zeit einlassen will, wird an 12 Monkeys seine Freude haben. Dabei kann es durchaus passieren, dass man auf dem verworrenen Weg auch als Zuschauer mal den Faden verliert. Die Tatsache, dass der Film schon Mitte der Neunziger Jahre gedreht wurde, darf allerdings nicht außer Acht gelassen werden. Heute sind wir von Filmen, die (auch) in der Zukunft spielen, sicherlich etwas anderes gewohnt. Special-Effects? 1995 war das noch Zukunftsmusik.

 

Mibo

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