american hustle

AMERICAN HUSTLE

Überlebensinstinkt

 

Zehn! Kaum zu glauben, aber es sind wirklich zehn. Das ist Anzahl an Nominierungen, die American Hustle bei der diesjährigen Oscarverleihung erreicht hat. Und das, obwohl ich 2014 für eines der stärksten Oscar-Jahre seit langem halte. Die Konkurrenz ist groß, doch das Drama um Irving Rosenfeld hat zumindest was die Nominierungen angeht richtig abgesahnt.

 

Eben dieser Irving Rosenfeld ist die Hauptfigur. Der Traum einer jeden Frau. Ein bisschen zu fett, Glatze, die er mit „rüberkemmen“ und Haarteil versucht zu verstecken und charakterlich ist er eigentlich ein ziemlicher Wichser. Obendrauf besitzt dieser Adonis einige Reinigungen in New York. Trotz alldem kommt er nicht so schlecht beim anderen Geschlecht an. Er hat eine strunzdumme, aber hübsche Frau und eines Tages tritt darüber hinaus Sydney Prosser in sein Leben. Sie beginnen eine Affäre und auch eine Art geschäftliche Beziehung. Diese geschäftliche Beziehung beinhaltet nichts anderes, als dass sich Sydney als reiche britische Gräfin ausgibt und sie zusammen irgendwelchen Idioten falsche Kredite verkaufen. Das bleibt allerdings dem FBI auch nicht lange verborgen…

 

Mit der Erwähnung der vielen Oscarnominierungen, erübrigt sich die Frage nach der Qualität dieses Films eigentlich schon fast zwangsläufig. Deswegen empfehle ich euch dieses Kunstwerk erst gar nicht, sondern sage euch nur, worauf ihr euch freuen könnt, denn wer an dieser Stelle nicht den Weg ins Kino sucht oder später die Blu-ray ordert, ist einfach nur selber schuld.

 

Ich starte mit Regisseur und Co-Drehbuchautor David O. Russell, der nach Knallern wie The Fighter, Three Kings und Silver Linings Playbook wieder einmal beweist, dass er in Hollywood ganz oben mitspielt. Denn die Schnitte, Kameraeinstellungen, Übergänge und die Story, mit Wendungen und immer einem Augenzwinkern, sind absolut herausragend und nur einer von drei Gründen, warum der Streifen so sehenswert ist.

Grund Nummer 2 sind die Darsteller: Christian Bale, Amy Adams, Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Jeremy Renner, Louis C.K. und Robert De Niro – ein unfassbares Staraufgebot. Manchmal führt dies dazu, dass sich Schauspieler versuchen zu überspielen, doch das kann man hier definitiv nicht sagen. Das schöne ist, dass sie nämlich nicht nur Stars sind, sondern auch wirklich talentiert. Ein klein wenig herauszuheben, ist hier natürlich Christian Bale als fettes, glatzköpfiges Schlitzohr.

Der dritte Grund ist die absolut perfekte Auswahl der Musik. Der Film spielt Ende der 70er-Jahre und genau das schwingt immer mit. Speziell in Szenen, in denen die Figuren feiern und mitsingen.

 

Nach dieser Jubelarie muss aber auch klar gesagt werden, dass American Hustle sich auch Zeit nimmt seine Geschichte zu erzählen, was teilweise zu Längen führt. Das ist zwar bei Gangster-Dramen nicht unüblich, macht es allerdings auch nicht besser. Dieser kleine Kritikpunkt macht den Film allerdings nicht weniger großartig und ich bin mir sicher, dass einige der Beteiligten nach dem 2. März Platz im Schrank machen müssen.

 

Jan

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