argo

ARGO

…fuck yourself?

 

Mehr als nur einmal rückte der Iran seit den 80er Jahren in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Spätestens seit der Rückkehr von Ayatollah Chomeini aus dem französischen Exil im Jahr 1979 und der islamische Revolution driftet das Land, ausgenommen von einer kurzen Ruhephase Mitte der 90er Jahre, international immer mehr in die Isolation. Auch in der heutigen Zeit werkelt das Land unter der Führung von Mahmud Ahmadinedschad und seinen Bestrebungen zur Atommacht aufzusteigen weiter an seiner Rolle als Unruhestifter.

 

Da ist es keine Überraschung, dass im Land der Filmemacher, in Hollywood, bei der diesjährigen Oscar-Verleihung ein Film, der im “Land der Arier” spielt, groß abräumte. Dabei war es jedoch nicht nur das  bereits über einen längeren Zeitraum brisante Thema Iran, welches zum Erfolg beitrug, sondern sicherlich auch die spannend inszenierte Geschichte, welche Argo erzählt.

 

Ben Afflek war mit seinem Polit-Thriller der Überraschungs-Gewinner in den Kategorien „Bester Film“, „Bestes adaptiertes Drehbuch“ und „Bester Schnitt“, der vergangenen Academy-Awards. Das Drehbuch basiert auf einem Artikel aus dem Wired Magazine von 2007. Dieser beschreibt die Befreiung von sechs Diplomaten, welche sich nach der Erstürmung der amerikanischen Botschaft in Teheran im Jahr 1979 gerade noch so in die Botschaft des Nachbarlands Kanada flüchten können.

 

Afflek war die Regiearbeit wohl nicht genug, und so übernahm er auch gleich noch die Hauptrolle des Films. Der Film schafft dabei trotz des eigentlich ernsten Themas immer wieder auch einige Lacher zu produzieren. Diese entstehen in erster Linie  aufgrund des Zynismus der Filmbranche, welche im Film eine tragende Rolle spielt. Bei den starken, eingängigen Bildern (im Iran) kommt der Film größtenteils ohne Gewaltszenen aus. Eine Tatsache, die man in heutigen Filmen, insbesondere in diesem Genre, nur noch sehr selten findet. Trotzdem ist der Film durchweg spannend. Die Gefühle, Ängste und Hoffnungen der Geiseln, werden sehr schön eingefangen. Der Zuschauer wird mitgenommen auf einen Trip ins Ungewisse.

 

Außerdem bekommt der Zuschauer auch noch einen Crashkurs in iranischer Geschichte. Die Geschehnisse werden in die zeitgeschichtlichen Ereignisse eingebunden und wichtigsten Vorkommnisse werden zu Beginn des Films kurz umrissen. Polit-Dummies müssen sich also keine Sorgen machen, dass sie unwissend zurückgelassen werden.

 

In einigen größeren deutschen Medien wurde kritisiert, der Film zeige zu sehr die amerikanische Sicht der Dinge. Meiner Meinung nach wird aber kein Bild „vom bösen Iraner“ gezeichnet. Wie viel Wahrheit in der Geschichte steckt, kann wohl kaum ein Zuschauer wirklich beurteilen. Sei’s drum! Argo ist mit Sicherheit einer DER Filme aus dem vergangen Jahr und hat zu Recht, trotz großer Konkurrenz, den beliebtesten goldenen Mann Hollywoods gewonnen.

 

Argo fuck yourself! – Sicherlich nicht…

 

Mibo

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