Deja Vu

DÉJÀ VU

Schauer der Vergangenheit

 

Plötzlich ist es da. Dieses sonderbare Gefühl. Es beschleicht einen. Springt einen an. Ein leichter Schauer – eine flüchtige Ahnung. Man weiß nicht woher es kommt. Wirklich beschreiben lässt es sich auch nicht. Von einem auf den nächsten Augenblick findet man sich in einer Situation wieder, die einem bekannt vorkommt. Man weiß, irgendwie instinktiv, was als nächstes passieren wird und dennoch fühlt es sich ein wenig befremdlich an. Als hätte man in einem fernen Traum genau dieselbe Situation schon einmal erlebt und wäre nun dorthin zurück katapultiert worden. Oder hat man exakt dasselbe wirklich schon einmal mitgemacht? Kann sich jedoch nicht wirklich daran erinnern. Ausgelöst zum Teil durch ein einziges Wort einer anderen Person, durch eine Geste, durch ein Lied, oder sonstiges – Ein Déjà vu.

 

Im gleichnamigen Film mit Denzel Washington in der Hauptrolle werden Déjà Vus Realität, werden erlebbar. ATF-Agent Doug Carlin muss mit Hilfe einer neuen Methode einen höchst kniffligen Terroranschlag entschlüsseln und den Täter fassen, bevor dieser zuschlägt.

 

2006 als der Film in die Kinos kam, war Denzel Washington THE MAN! Der scheiß Boss von Hollywood. Niemand, außer der Kellner im Restaurant, konnte ihm das Wasser reichen. Er war auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Seine Werke waren der absolute Gourmetscheiß. Jordan von 1996, Jackson zu den Zeiten von Thriller, Messi heute… Natürlich ist Denzel auch heute noch ein Schauspieler aller erster Güte. Das Niveau von damals, sagen wir in den Filmen, die nach 2007 gedreht wurden, erreichte er meiner Meinung nach aber leider nicht mehr. Und Washington trägt diesen Film. Diejenigen, die der Handlung nicht allzu viel abgewinnen können, werden von der schauspielerischen Leistung Washingtons trotzdem angetan sein.

 

Und die Handlung an sich kann man durchaus kritisieren. Sagen wir es mal so: man muss den Film aufgrund der Storyline nicht unbedingt für gut befinden. Ein bisschen weit hergeholt und übertrieben sind Beschreibungen, die durchaus zutreffend sind. Die Geschichte basiert teilweise auf etwas abstrusen Theorien, deren Vermittlung und Erklärung eventuell nicht ganz zum Zuschauer durchdringt und beinhaltet außerdem Science-Fiction-artige Elemente. Wer also noch nie etwas von einem Wurmloch gehört hat, sollte sich eventuell vorher informieren. Filmfans, welche Filme, die sich auf etwas anderen Pfaden bewegen und es mit der Realität nicht so genau nehmen, nicht mögen, sind hier fehl am Platz. Realismus pur: das ist Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit sicherlich nicht. Trotz der hier vorgebrachten Kritik bekommt der Zuschauer in den zwei Stunden, einen packenden Action-Thriller geboten, der die Note sehr gut durchaus verdient hat.

 

Zum Schluss muss ich noch eine Lanze brechen für die deutsche Synchro. Ich kann hier bedenkenlos empfehlen, den Film auch in der deutschen Fassung zu schauen. Die deutsche Synchronstimme Washingtons (Leon Boden), ist so gut, dass der Charakter kaum an Tiefe verliert. Und irgendwie kam mir das auch bei anderen Denzel Washington Filmen schon so vor. Ha! Ein Déjà vu!

 

Mibo

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