finding forrester

FINDING FORRESTER

Neue Dichter braucht das Land

 

Niemand kommt im Leben ohne Vorbilder aus. Jemand zu dem man aufschaut, dem man nacheifert, dessen Spuren man folgt, um dann jedoch seine eigenen Fußstapfen  zu hinterlassen. Noch besser sind Mentoren, diese sind noch mehr als Vorbilder – Personen, die einen unter ihre Fittiche nehmen. Den Weg vorzeichnen oder einem zur gegebenen Zeit einen Schubs in die richtige Richtung geben. Nicht aus eigenem Interesse, sondern weil dieser weiß, dass der Lehrling das braucht.

 

In Forrester –Gefunden! ist Sean Connery so einer. Ein Vater für einen Sohn, der selbst nie einen hatte. Connery, oder William Forrester, wie er im Film heißt, nimmt sich dem jungen Afroamerikaner Jamal Wallace an. Durch eine zufällige Begegnung entdeckt Forrester das schriftstellerische Talent des jungen Jamal. Da Forrester selbst Pulitzer-Preis Gewinner ist, lässt er sich nach einiger Überlegungszeit darauf ein, den Jungen in die Weiten der literarischen Welt zu führen und ihm die ein oder andere Lebensweisheit mit auf den Weg zu geben.

 

Dabei entsteht zwischen dem ungleichen Paar eine Dynamik die sich nur schwer beschreiben lässt. Die Unterschiede, die sich aufgrund von Alter, kultureller Herkunft oder sozialem Hintergrund auftun, werden im Verlauf des Films sehr schön herausgearbeitet. Die Kontraste schwarz, weiß und jung, alt sowie die daraus entstehenden Vorurteile des jeweils anderen, geben dem Film seine Würze. Trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen die beiden Charaktere Gemeinsamkeiten entdecken.

 

Letztlich handelt der Film von Gus Van Sant, der mit Good Will Hunting zuvor bereits einen Film drehte, der in eine ähnliche Richtung geht, von Freundschaft.  – Der alter Forrester entdeckt im Winter seines Lebens, durch die Begegnung mit dem jungen Jamal, noch einmal was es heißt, das Leben zu genießen. Neue Dinge zu versuchen und sich selbst mit alten, viel zu lange schwelenden Problemen zu konfrontieren. Gleichzeitig profitiert der 16-Jährige vom Erfahrungsschatz seines neuen Mentors und schafft es sogar diesen in gewisser Weise herauszufordern.

 

Persönlich gefällt mir der Film sehr gut, da ich mich mit der jungen Hauptperson sehr gut identifizieren kann. -  Ist diese Identifikationsmöglichkeit gegeben, egal ob wir von Musik, Kunst oder eben von Filmen sprechen, bekommen die meisten Dinge eine positive Note. Basketball, die zweite Leidenschaft Jamals, teile ich ebenso wie das Schreiben.

 

Wer sich Filme nur angucken kann, in denen alle zehn Minuten ein Auto, ein Gebäude oder sonstige Immobilien in die Luft fliegen und hunderte Menschen ihr Leben lassen, am besten möglichst brutal und sinnlos, für den ist Forrester – Gefunden! sicherlich die falsche Wahl. All jenen, die sich gerne ein paar Gedanken über das Leben machen und nicht nur nach Berieselung nebenbei suchen, denen sei der Film wärmstens ans Herz gelegt. Unabhängig von meinen eigenen Vorlieben.

 

Mibo

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