#92_GuardiansOTG

GUARDIANS OF THE GALAXY

Weltraumhipster

 

Ich bin ein wahrer Hipster. Nicht weil ich das gerade auf einer Schreibmaschine in einem Starbucks schreibe, sondern weil ich Guardians of the Galaxy gesehen habe, bevor er in Deutschland rausgekommen ist. Allerdings habe ich ihn nicht gesehen, bevor er cool war, denn in den USA wird der Film schon dezent abgefeiert. Auch wenn manch einer kritisieren möchte, dass die Marvel-Film-Leute mittlerweile genau wissen, welche Knöpfe sie zu drücken, welches Lied sie in welchem Moment zu spielen und welchen Einzeiler zu bringen haben, damit die Fangemeinde und Allgemeinheit in den Kinositzen mit der Zunge schnalzt, ist mir diese Art der Kritik zu billig. Gegen den Mainstream zu schwimmen, nur um dagegen zu sein, ist sogar mir zu hipster und zu kritisieren, dass Menschen Filme produzieren, die andere Menschen glücklich und zufrieden machen, finde ich einfach nur komisch. Deswegen starte ich heute auch mit dem Fazit: Guckt euch Guardians of the Galaxy an und schnalzt mit der Zunge.

 

Nachdem ich die Reihenfolge schon zerstört habe und aufgrund meines verfrühten Fazits zwei Drittel der Leser verloren habe, folgen nun ein paar Worte zum Inhalt. Also viel Spaß, du einer übriggebliebener Leser. Peter Quill wird 1988 als kleiner Junge von einem Raumschiff entführt. 26 Jahre später sehen wir ihn als erwachsenen Mann, der so etwas wie ein Weltraumpirat geworden ist und nun versucht sich durch Diebstähle über Wasser zu halten. Dabei bekommt er einen Gegenstand in seine Hände, hinter dem noch andere, sehr düstere Gestalten her sind. Deswegen stolpert Peter daraufhin von Abenteuer zu Abenteuer. Wer jedoch ein guter Stolperer ist, der fällt nicht so leicht.

 

Man kann leicht erahnen, dass es nicht die Story ist, was Guardians of the Galaxy so besonders macht, denn diese beschränkt sich auf die verlässlichen Hollywood Standards. Was den Film auszeichnet, sind die Charaktere. Christ Pratt ist eine ausgezeichnete Wahl für die Rolle des Peter Quill. Eigentlich als etwas dicker und fauler Typ aus Parks and Recreation bekannt, wurde er in Marvel-Film-Manier aufgepumpt, hat dabei aber nichts an seinem humoristischen Talent verloren. Die erwähnten Knöpfe, die Einzeiler und die Musik, werden gedrückt, gerissen und gespielt. Speziell die letztgenannte Musik verdient mal wieder ein Extralob: toll ausgewählt, perfekt platziert. Ich habe immer noch einen Ohrwurm von dem ein oder anderen Song.

 

Mit den Avengers wurde gut gezeigt, wie eine Comicverfilmung gepaart mit viel Humor absolut funktionieren kann. Guardians of the Galaxy geht noch einen Schritt weiter, weil die Helden keine Bilderbuchsuperhelden sind und dies eine grundsätzlich witzige Stimmung über den Film legt – viel Augenzwinkern, viel Selbstironie. Allerdings sind auch Parallelen zu Momenten aus den Avangers zu finden, was ich nicht negativ finde, aber aufgefallen ist es mir dennoch.

 

Die Musik, der Humor und die ausgefallenen Charaktere machen Guardians of the Galaxy zu einer der besten Comicverfilmungen der letzten Jahre und das, obwohl es davon recht viele gab, die sich nicht verstecken müssen. Lasst euch das nicht entgehen! Zwei Fazite in einem Text – damit bin ich auch der Erste, oder?

 

Jan

Top