Hard Candy

HARD CANDY

Verbotene Süßigkeit

 

Was macht man mit einem Pädophilen? Was macht man mit jemandem, der sich Liebe bei Kindern holt? Einsperren? Wie lange? Kastrieren? Wirklich? Es ist eine Frage, die unheimlich schwer zu klären ist, weil die meisten wohl nicht verstehen können, was in so einem Menschen vorgeht.

 

Ich will gar nicht politisch oder tiefenpsychologisch werden, doch genau um dieses Thema geht es in Hard Candy. Hayley und Jeff schreiben sich über das Internet. Haley ist 14 Jahre alt. Jeff dagegen 32 – mehr als doppelt so alt. Sie chatten. Er macht leicht sexuelle Anspielungen. Sie verabreden sich. Bei dem Treffen in dem Café sieht man das erste mal die wirklichen Unterschiede: Er, ein gestandener, gutaussehender Mann, sie, ein junges Mädchen mit dem Körperbau eines dürren Jungens. Er lädt sie zu sich nach Hause ein. Sie kommt mit. Bei ihm angekommen, beginnt der Film so richtig – so richtig unter die Haut zu gehen.

 

Ich finde David Slade ist hier ein hervorragender Film gelungen. Der Film ist intensiv, denn es liegt eine absolute, fast erdrückende Konzentration auf den beiden Hauptdarstellern, welche beide eine hervorragende Leistung abliefern. Die Geschichte ist so atemraubend, weil man innerlich hin und hergerissen wird. Man kommt an einen Punkt, an dem einem dieses pädophile Schwein irgendwie leidtut.

 

Ich will eigentlich gar nicht zu viel verraten, denn der Film ist wirklich sehenswert und würde zu viel der Spannung wegnehmen, denn mich hat der Film glaube ich auch so mitgerissen, weil ich vor dem Gucken relativ wenig über ihn wusste. Ich wusste, welche Thematik der Film behandelt und dass Ellen Page (Juno, Inception) mitspielt. Sie glänzt hier mit einer herausragenden Leistung in ihrer ersten wirklich großen Rolle. Aber wie oben erwähnt steht ihr Patrick Wilson (Watchmen) wirklich in nichts nach. Er wirkt schon verdammt unschuldig. Einziger Wermutstropfen sind vielleicht die ein, zwei Punkte, an denen der Film ein wenig in Küchentisch-Psychologie abrutscht. Dennoch, ich verspreche 100 wirklich packende Minuten. Also mich hat es jedenfalls mitgerissen, denn eigentlich hatte ich gar nicht vor den Film zu Ende zu gucken. Eigentlich wollte ich schlafen gehen. Doch wie ich schon sagte, Spannung pur, da schaltet man nicht ab.

 

Jan

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