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HOW TO TRAIN YOUR DRAGON 2

Alpha und Omega und fliegende Schafe

 

Die Frage, die sich bei einer Fortsetzungen immer stellt, ist einfach: wie viel interessante Geschichten lassen sich noch aus den Charakteren herauskitzeln, welche Handlungsstränge lohnt es sich aufzugreifen, um die Geschichte mit einigermaßen Tiefgang weiter zu erzählen.

 

Die Antwort auf diese Frage ist meist: nicht genug. Und ehrlich gesagt, bei der Fortsetzung von Drachenzähmen leicht gemacht (englischer Originaltitel: How to train your Dragon) hätte die Antwort wahrscheinlich genauso lauten müssen. Doch wie heißt es so schön: Ausnahmen bestätigen die Regel.

 

Als der erste Teil vor vier Jahren in die Kinos kam, war ich positiv überrascht wie selten – nichts erwartet und über die Maßen in den Bann der Geschichte gezogen. Und ähnlich hat es sich auch beim zweiten Teil angefühlt.

 

Seitdem die Menschen in Berk, so heißt die Heimat der Wikinger im Film, sich mit den Drachen ausgesöhnt haben und sie als Haustiere halten, ist einige Zeit vergangen – vier Jahre um genau zu sein. Und seitdem hat sich im Drachenfliegerland einiges geändert: Die Themen sind ernster (Liebe, Erfüllung von Sehnsüchten, Trauer und Verlust) geworden, die Bösewichte sind blutrünstiger, die Drachen um einiges mächtiger und größer. Damit gehen die Macher auch auf das Älterwerden ihrer Zielgruppe ein, denn die Kinder von vor vier Jahren sind heute eben Teenager.

 

Leider ist mit dieser Veränderung auch ein wenig der Witz des ersten Teils verloren gegangen – für einige Lacher ist der Film aber trotzdem gut. Allerdings haben sich die Macher – Gott sei Dank – auch wieder auf die Stärken des ersten Teils besonnen: die Animationen sind ansprechend, die Drachenflüge teilweise atemberaubend und wie der erste Teil schafft es auch sein Nachfolger eine Art Freiheitsgefühl im Zuschauer zu wecken. Zudem scheinen die Drachen noch putziger und Haustier-ähnlicher und wissen im Hintergrund zu unterhalten, wenn vorne der ein oder andere ersetzbare Dialog stattfindet. In einigen Szenen, in denen das Verhalten der Drachen ganz besonders dem von Hunden ähnelt, in denen sie sehr verständig mit den Menschen interagieren, blitzt der Charme des Vorgängers auf.

 

Wem der erste Teil gefallen hat, der wird auch mit Drachenzähmen leicht gemacht 2 seine Freude haben – für Animationsfilm-Fans gilt das ohnehin. Für die vergehen die 103 Minuten Spielzeit wie im Flug – im Drachenflug.

 

Mibo

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