HOW TO TRAIN DRAGON

HOW TO TRAIN YOUR DRAGON

Ziemlich große Haustiere

 

Ja, ich liebe Animationsfilme. Die Scheiße ist einfach geil! – Und ja ich bin mir der Tatsache bewusst, dass diese Art von Filmen in erster Linie für eine Zielgruppe produziert wird, die wahrscheinlich zehn bis 15 Jahre jünger ist als ich. Mindestens. Aber zum Träumen ist man niemals alt genug. Und irgendwie ist es doch auch erstrebenswert das Kind in sich am Leben zu erhalten. In mir tobt ein 12-jähriger und der will raus. Und vielleicht toben da auch noch weitere Personen verschiedener Hautfarbe, Alters und vielleicht sogar Geschlecht … Ich schweife ab.

 

Wenn es Filme schaffen, einen in fremde, zum Teil völlig absurde Welten zu entführen, dann doch wohl die Werke von Pixar, DreamWorks und Co.  Einerseits ist man sich durchaus bewusst, dass das Gezeigte nicht real ist. Botschaften und Emotionen sind sicherlich oft schwerer zu transportieren als mit lebendigen Schauspielern aus Fleisch und Blut. Trotzdem gelingt es den Filmen oft auf ihre ganz eigene, liebenswerte Art und Weise. – Da werden Kinderzimmer zu Kriegsschauplätzen, Luftballons machen aus Häusern Luftgefährte, Pandas werden zu Kung-Fu Kriegern, Ratten zu Sterne-Köchen, Roboter verlieben sich und schräge Sumpfmonster streiten sich mit Eseln – Naja, wirklich originell war nur der erste Teil…

 

oder wie im Fall von Drachenzähmen leicht gemacht (Orginaltitel: How to train your dragon) hat ein Wikinger-Dorf mit dem Schuppengetier seine liebe Müh und Not. Ich hatte vermutlich keinerlei Erwartungen an diesen Film von 2010. Auch wenn er mir empfohlen wurde. Aber meistens sind Filme, die man ohne Erwartungen schaut ja auch die, die einen dann positiv überraschen.  – Expectation is the root of all heartache; hat Shakespeare mal gesagt. Für Filme gilt das wahrscheinlich auch.

 

Zum Plot – Die Geschichte ist eigentlich schnell erzählt: Hicks, der Sohn des Wikinger Häuptlings ‚Haudrauf‘ ist so ziemlich die größte Pfeife im Kampf gegen die verfeindeten Drachen. Glücklicherweise gelingt es ihm eines Tages einen ‚Nachtschatten‘, die gefährlichste aller Drachenarten, mit Hilfe einer Schleuder, zu fangen. Der Drache wird dabei stark in Mitleidenschaft gezogen, sodass er nicht mehr alleine in der Lage ist zu fliegen. Hicks gelingt es als Erstem seiner Sippe einen Drachen genauer zu studieren, eine richtige Verbindung zu dem Tier aufzubauen. Doch diese Entwicklung bleibt nicht lange unbemerkt. Hicks Vater, der Stammeshäuptling, ist von den Machenschaften seines Sprösslings gar nicht angetan. Für ihn sind Drachen die Wurzel allen Übels, welches bis auf den Tod bekämpft werden muss. So entbrennt der Konflikt zwischen Vater und Sohn.

 

Der etwas über 90 minütige Streifen lebt von den skurrilen Charakteren und den schrägen Ideen, die zum Teil einfach grandios umgesetzt wurden. In der englischen Originalfassung verleihen zudem die Synchronstimmen von Gerard Butler (300, Gamer, P.S. Ich liebe dich, …), Jonah Hill (Superbad, Männertrip, …), Christopher Mintz-Plasse (Superbad, Vorbilder, Kick-Ass, …), Craig Ferguson (Graßgeflüster, Die nackte Wahrheit,…), sowie von vielen weiteren namhaften Schauspielern, dem Film einen ganz eigenen Charme. Die deutschen Synchronstimmen sind zwar nicht ganz so gut, es gab aber meiner Meinung nach schon schlechter synchronisierte Werke in diesem Genre. Ich war von der Atmosphäre des Films bisweilen richtig fasziniert. Ich wurde richtig eingesogen in die Handlung. Als Hicks beispielsweise zum ersten Mal auf dem Drachen reitet – die Euphorie, die der Hänfling empfindet, war beinahe greifbar.

 

Dabei ist der Film meiner Meinung nach nicht einmal so überragend animiert (wie er in 3D wirkt, kann ich nicht beurteilen). Klar, das Feuer sieht ziemlich episch aus. Oder das Auge des ‚Nachtschatten‘ ist ebenfalls extrem gut animiert. Der ‚Endboss-Fight‘ in den Wolken war auch ein Genuss für die Augen. Aber animationstechnisch gab es sicherlich auch vorher schon Filme die auf gleichem oder besserem Niveau waren.

 

Insgesamt ist es den Entwicklern gelungen eine Geschichte zu erzählen, die vor Fantasie und Witz nur so sprudelt. Gleichzeitige wurden einfache Botschaften von Freundschaft, Toleranz und Selbstbestimmung erstaunlich gut in die Story eingebunden.

 

Ein wahres Fest für Freunde des Animationsfilms … von 3-99 Jahren.

 

Mibo

Top