imjuli

IM JULI

Sommer

 

Neun Jahre vor „Soul Kitchen“ und vier Jahre vor „Gegen die Wand“. Wer jetzt bereits den Regisseur vor sich sieht, hat den Film hoffentlich schon gesehen. Buch und Regie, wie kann es anders sein: Fatih Akin. Der deutsch-türkische Hamburger zählt zu meinen liebsten Filmemachern und Geschichtenerzählern in der BRD. Seinen zweiten Film, den ich heute vorstelle, trägt den Titel Im Juli. Wie es der Zufall will gehört der Hauptdarsteller ebenfalls zu meinen favorisierten Schauspielgrößen in unserem Land: Hallo, Moritz Bleibtreu.

 

Der Plot ist unwichtig. Wer sich für die Story interessiert, kann diese gerne auf Wikipedia nachlesen. Hier geht es mehr um das Eintauchen und Wohlfühlen. Das Genre „romantische, luftig-leichte Sommer-Road-Movie-Komödie“ trifft es wohl am besten. Es ist ein Film für kalte Winterabende auf der Couch. Oder auch für Menschen, die den Sommer vermissen, weil sie in dieser Zeit einen besonderen Menschen kennenlernen durften. Denn nichts bringt der Film besser rüber als diese besagte Stimmung zu eben dieser Jahreszeit. Wem der Begriff „Summer Love“ etwas sagt, weiß sofort, was ich meine. Der Geruch, die Leichtigkeit, die warme, angenehme Brise auf der Haut. Eine scheinbar sorgenlose Freiheit nimmt die Neugierde an die Hand und rennt dem roten, untergehenden Kreis am Horizont entgegen. Die Reise ist das Ziel. So ist es auch mit diesem Streifen. Fast schon träumerisch leicht bedient sich Akin nicht nur einer märchenhaften Atmosphäre, sondern hat mit Moritz Bleibtreu und Christiane Paul zwei der interessantesten, begabtesten und vor allem damals noch frischesten und unverbrauchtesten deutschen Schauspieler der Jahrtausendwende in den Hauptrollen. Es ist diese natürliche, symphatische, fast schon naiv wirkende Art des Darstellens, welche diesen Film so besonders macht.

 

Für alle Menschen in einer Beziehung: Wer sich an etwas Kitsch und einer 1999‘er „noch nicht HD-Optik“ nicht stört, sollte sich jetzt notieren: „Mit Schatz Im Juli anschauen“. Ja, die Liebe verschiebt jeden Berg, überquert jeden Fluss und durchkämmt alle Wälder. Wie in jeder guten Love-Story sprühen auch hier die Funken nicht gleich von Beginn weg, sondern krabbeln langsam an die Oberfläche, weshalb man sich auch über den Ausgang der Geschichte nie im Unklaren ist. Aber die Liebe und das Leben will ich gar nicht analysieren. Wenn sie da ist, oder auf dem TV-Bildschirm überzeugend inszeniert wird, gibt‘s nur noch eines: zurücklehnen, entspannen und genießen.

 

Flo

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