HEAT OF THE NIGHT

IN THE HEAT OF THE NIGHT

Sie nennen mich MISTER Tibbs!

 

State of Mississippi, 1960er Jahre, tiefster Süden der USA. Nacht, es ist schweineheiß. Nicht nur schweineheiß, es ist auch noch schwül. Und in dieser so heißen und schwülen Nacht wird der reichste Mann der eher verschlafenen Kleinstadt Sparta von einer Polizeistreife tot auf der Straße liegend aufgefunden. Schon bei der Beweisaufnahme mit dem Polizeichef der Stadt (Rod Steiger) wird klar, dass Mord normalerweise nicht zu seiner alltäglichen Arbeit gehört. Er schickt die Streife wieder los um nach Verdächtigen zu suchen. Dieser wird am Bahnhof auch direkt fündig und nimmt den ersten schwarzen Mann, den er finden kann auch sofort fest. Sein Name – Virgil Tibbs (Sidney Poitier). Blöd für die Polizisten ist, wie sie allerdings erst auf der Wache bemerken, dass Tibbs selber Polizist ist. Er ist sogar bei der Mordkommission und befand sich nur auf der Durchreise in seine Heimatstadt Philadelphia. Nach einem kurzen Gespräch mit seinem eigenen Polizeichef wird Tibbs dazu aufgefordert den unerfahrenen Polizisten aus der Kleinstadt zu helfen und den Mord aufzuklären. Doch der Kleinstadt-Chief will die Hilfe des Nordstaaten-Cops nicht. Erst als dem Chief klar wird, dass er keine Ahnung hat, wie man eine Leiche untersucht, bittet er Tibbs zu bleiben. Es beginnt die Jagd nach dem Mörder, aber auch der Kampf gegen Vorurteile und offene Diskriminierung…

 

Für mich ist der Film ein Meisterwerk und ich zähle ihn zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Als Geheimtipp würde ich ihn sicherlich auch nicht bezeichnen, da er mit fünf Oscars ausgezeichnet wurde, darunter Rod Steiger für seine brillante Darstellung des Polizeichef William Gillespie und die Auszeichnung als bester Film. Mich begeistert auch die Regie von Norman Jewison, denn sie wirkt zu keinem Zeitpunkt altbacken, was dem Film eine gewisse Zeitlosigkeit verleiht. Hinzu kommt die Thematik des Rassismus in den Südstaaten der USA, der zwar heute nicht mehr ganz so ausgeprägt sein dürfte, aber wohl noch lange nicht aus den Köpfen der Menschen zu kriegen ist. In den 60ern war das noch um einiges härter, zu fast jeder Zeit lassen Bewohner der Kleinstadt den schwarzen Polizisten spüren, dass er nur ein Mensch zweiter Klasse ist. Man könnte heutzutage nackt durch eine Fußgängerzone laufen und würde wahrscheinlich weniger schief angeschaut werden als Virgil Tibbs in seinem feinen Anzug.

 

Zusätzlich zu zeitloser Regie, guter Thematik und spannendem Plot, kommt das großartige Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller Sidney Poitier und Rod Steiger. Beide spielen dieses Team wider Willen so glaubhaft, dass es eine wahre Freude ist. Ein absolut weiteres Plus ist die hervorragende Musik des Filmes. Nicht nur, dass das Titellied von keinem geringeren als Ray Charles aufgenommen wurde, zeigt sich für die restliche Filmmusik Quincy Jones verantwortlich – ja, der Quincy Jones.

 

Ich kann den Film wirklich nur jedem ans Herz legen, vor allem, wenn man ältere Filme nicht scheut. Die Geschichte ist spannend, politisch und klug. Mehr gibt es nicht zu sagen.

 

Jan

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