jack reacher

JACK REACHER

Kann Chuck Norris Tom Cruise das Wasser reichen?

 

Ich wette Tom Cruise hat einen Napoleon-Komplex. Der vom Psychologen Alfred Adler geprägte Begriff, geht auf den französischen Feldherren zurück, dessen Imperialismus in Europa, wohl mit seiner kleinen Körpergröße erklärt werden soll. Auch heutzutage gibt es solche Menschen. Diese müssen ihre geringe Körpergröße durch sichtbare Erfolge und Statussymbole überspielen. Und ich wette, Tom Cruise gehört dazu. Dabei sind 1,70 Meter nicht unbedingt klein. Na gut, „stattlich“ würde ihn wohl kaum einer nennen.

 

Bei einem der neueren Tom Cruise-Werke Jack Reacher, beschlich mich schnell das Gefühl, dass beim guten Tom – mal abgesehen von seiner Sekten-Zugehörigkeit, die ihn für mich von vornherein irgendwie suspekt erscheinen lässt – was im Argen liegt.

 

Der ehemalige Soldat und Militärpolizist Jack Reacher, der Protagonist des Films, welchen Tom Cruise verkörpert, ist der tollste Mann der Welt. Er sieht gut aus (Naja, das unterstelle ich jetzt einfach mal, dass Tom Cruise einem gewissen Schönheitsideal entspricht), ist eloquent, witzig und ein echter Frauenheld. Außerdem kann er unglaublich gut Autofahren und mit Schusswaffen jeglicher Art umgehen, wie sonst kaum ein anderer. Seine Gegenspieler, beziehungsweise die Bösewichte, die er reihenweise aus dem Weg räumt, sind verglichen mit ihm nur Witzfiguren.  Reacher ist schlauer, schneller, körperlich überlegen und einfach in jeder erdenklichen Hinsicht besser als die, gegen die er antritt. Und Jack Reacher braucht keinen Stift. Jack Reacher schreibt sich nie etwas auf. Sein Gehirn scheint wie ein Schwamm alles aufzusaugen und dann auch nichts jemals wieder zu vergessen Und irgendwie wird er auch nicht müde das zu betonen – zumindest die Sache, dass er keinen Stift braucht. Schön und gut. Der übliche Superagent eben.  Haben wir schon oft gesehen. Und sind wir mal ehrlich, meistens unterhalten uns solche Filme auch ganz gut. Das Problem bei Jack Reacher ist eben Tom Cruise. Tom Cruise ist ein extrem guter Schauspieler. Das sei hier mal klar gestellt.

 

Nur nehme ich diesem Typen solche Rollen einfach nicht ab. Diese absoluten Gut-Menschen, die er in eigentlich jedem seiner Filme verkörpert und die so viel besser erscheinen als alle anderen Personen um sie herum. Die mehr wissen, irgendwie dem Rest immer einen Schritt voraus sind und trotzdem die, ebenfalls sympathischen Charaktere, die das gleiche Ziel verfolgen, in einem besseren Licht erscheinen lassen. Gewissermaßen das Beste in ihnen zum Vorschein bringen. Nein Tom, tut mir leid. Irgendwie zeichnest du da ein Bild von dir, welches ich dir nicht abkaufe. Dieses makellose Auftreten, zu keinem Zeitpunkt auch nur den Hauch oder den Anflug von Schwäche zeigen. Irgendwie passt das nicht. So genug Tom-Cruise-Bashing. Außer dem Auftritt unseres lieben Toms, war der Bösewicht, der wohl „deutsch“ wirken sollte, eine ziemliche Lachnummer. Und das darf niemals passieren. Der Bösewicht in solch einem Film muss Angst und Schrecken verbreiten und mich nicht zum Lachen bringen. Werner Herzog, der diesen spielt ist nun zwar tatsächlich deutscher Staatsbürger. Aber wirklich Furcht eingeflöst, hat er mir nicht. Dazu beigetragen hat auch die Synchronisation seiner eigenen Figur, die gelinde gesagt, ziemlich in die Hose ging. Abgesehen, von diesen zugegebenermaßen, ziemlich subjektiven Mängeln am Film, ist Jack Reacher doch ein annehmbarer Agenten-Thriller. Der Film ist für einige Lacher gut und schafft es zumindest, die Spannung um den Fall, den der gute Tom – ÄH, ich meine Jack – lösen muss über eine gewisse Zeit aufrecht zu erhalten.

 

Falls euch langweilig ist, guckt ihn euch an. Aber beschwert euch nachher nicht, wenn euch Tom Cruise auf den Sack geht.

 

Mibo

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