Lammbock

LAMMBOCK

Pizza, Mehmet & Gehirnzellen-Massaker

 

Was haben Pizza, Mehmet Scholl und Gras gemeinsam? Ich weiß nicht ob Mehmet Pizza mag. Ob er sich jemals mit Gras befasst hat, wage ich zu bezweifeln. Sind wir ehrlich: die Schnittmenge dürfte ziemlich klein sein. Abgesehen davon, sind dies alles Thematiken, die in Lammbockaufgegriffen werden.

 

Gleich vorne Weg: Wer auf deutsches Kino steht, dem wird Lammbock gefallen. Für mich gehört er ohne Zweifel mit zum Besten, was dieses Land in Sachen Film zu Stande gebracht hat. Kai (Moritz Bleibtreu) und Stefan (Lucas Gregorowicz) bauen an. „Was’n anbauen?“ – werdet ihr euch jetzt vielleicht fragen. Naja nennen wir das Kraut mal Nutzpflanze. Man kann auch Kleidung daraus herstellen und zu allem Überfluss, wirft das gute Stück auch noch Rauchwaren mit bewusstseinserweiternder Wirkung ab.

 

Da Kai und Stefan nicht viel mit Nähen und Mode am Hut haben, konzentrieren sie sich lieber auf die Herstellung der Cannabisprodukte. Dabei haben sie mit ihrer Pizzeria „Lammbock“, im beschaulichen Würzburg, die gleichzeitig zum Verkauf ihres selbst angebauten Krauts dient, die perfekte Tarnung. Doch dank eigener Fehltritte und eines verdeckten Ermittlers bleibt nicht alles so sonnig für die beiden Protagonisten.

 

Man kann ja zu Drogen – insbesondere Marihuana – stehen wie man will. Seit Jahren wird debattiert, Petitionen zur Legalisierung gibt es inzwischen noch und nöcher. Und im Ernst: Wer Gras kaufen will, der bekommt das heutzutage auch irgendwie zu Stande. Im Film selbst wird die Thematik meiner Meinung nach ziemlich überspitzt dargestellt. So viel kann man gar nicht rauchen. Kann man schon. Aber dass dann, früher oder später etwas was schief geht, ist irgendwie klar. – Insgesamt könnte man anprangern, dass ziemlich leichtfertig mit dem Thema Drogen umgegangen wird. ‚Verharmlosung‘ ist durchaus das passende Wort. Trotzdem schafft es der Film zu zeigen, dass man im Endeffekt für seine Taten gerade stehen muss. Die Geschichte wirkt trotz der Übertreibungen, nicht nur bei der Drogen-Thematik, glaubhaft.

 

Lammbock punktet in erster Linie nicht durch die Handlung. Insgesamt ist der Film doch eher ruhig, wenig actionreich, und nimmt erst im letzten Drittel an Fahrt auf. Es sind vor allem die sympathischen Charaktere und die Dialoge, die den Film zu etwas Besonderem machen. Die Konversationen zwischen Stefan und Kai schwanken zwischen philosophisch wertvoll und absolut hirnrissig. Dabei wird vor keinem Thema Halt gemacht. Silikonimplantate, Oralsex mit Mehmet Scholl oder Probleme mit der Freundin. – Alles dabei.

 

Hierbei wurde sicherlich auch auf die schauspielerische Qualität von Bleibtreu und Gregorowicz – zwei der Schauspieler in Deutschland, die auch international vorzeigbar sind – gebaut und viel improvisiert.

 

Buenos tardes amigos!

 

Mibo

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