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Leben und sterben in Berlin

 

Heute habe ich etwas im Köcher für euch: Ein absoluter Filmtipp aus den Tiefen der Filmarchive. Wollt ihr einen Film sehen, der als er rauskam die neuesten technischen Möglichkeiten ausgenutzt hat, einen großartigen Schnitt besitzt, mit Spannung durchzogen, gesellschaftskritisch und von einem weltbekannten Regisseur verfilmt ist? Und wenn euch oben drauf noch sage, dass es ein deutscher Film ist? Der vielleicht beste, der je auf deutschem Boden gedreht worden ist? Das sagt man ihm jedenfalls nach. Wollt ihr nun wissen worüber ich rede?

 

Ein Titel so simpel wie er nur sein kann. M. Gerne auch mit dem Untertitel, eine Stadt sucht einen Mörder. Und das erklärt eigentlich schon die gesamte Handlung des Films. Ein Mörder geht um in der nicht benannten, aber offensichtlichen Stadt Berlin. Nicht irgendein Mörder – ein Kindermörder. Er entführt die Kinder und bringt sie um. Danach schreibt er an die Zeitung und sagt, dass er nicht vor hat damit aufzuhören, dass er noch nicht fertig ist. Und die Stadt dreht hol.

 

M gilt als eines der beiden absoluten Meisterwerke von Fritz Lang, dem wohl größten deutschen Regisseur. Falls ihr euch jetzt fragt, warum ihr noch nie von dem Film oder diesem Regisseur gehört habt, dann mag das daran liegen, dass der Film aus dem Jahr 1931 ist und Fritz Lang 1976, nachdem er aus Deutschland geflohen war, in Beverly Hills gestorben ist.

 

Die technische Erfindung, die damals so neu war, ist der Tonfilm und Fritz Lang nutzt ihn auf eine beeindruckende Weise, denn das einzige Lied im Film ist das Pfeifen des Mörders, welches er ansetzt, wenn er durch die Straßen zieht.

 

Noch beeindruckender als die Verwendung des Tons ist jedoch der Schnitt und die unglaublich guten Schauspieler. Allen voran Peter Lorre und Gustav Gründgens. Lorre, der auch in die USA emigrierte und dort eine absolute Berühmtheit wurde, ist für mich eine absolute Sensation. Er wurde übrigens so berühmt, dass er sogar im Fänger im Roggen von J.D. Sallinger erwähnt wird.

 

Ich kann dieses Stück Filmkunst nur jedem empfehlen, denn es ist nicht nur ein großartiger Film, sondern auch ein Einblick in die Geschichte. Und dieser Teil der Geschichte ist nicht einmal schwer zu erreichen, denn man kann sich den Streifen vollkommen kostenlos und legal bei Youtube angucken. Wer also Zeit hat und bereit ist von seinen hollywoodneuzeitverwöhnten Bildqualitäten Abstand zu nehmen, könnte überrascht werden.

 

Jan

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