mary max yeah

MARY AND MAX

Sinfonie der Einsamkeit

 

Der Animationsfreak ist zurück! Diesmal mit einem wahren Leckerbissen. Mary & Max ist das Regiedebüt des australischen Filmemachers Adam Elliot und ein wahres Meisterwerk. Wie so oft steckt die Liebe im Detail und bei diesem Film ist dies wirklich wortwörtlich zu nehmen. Der Streifen ist ein Stop-Motion Film mit Knetmännchen. Umso erstaunlicher ist wie lebensecht der Film eine Geschichte von Isolation, Verzweiflung und Freundschaft dem Zuschauer näherbringt.

 

Mary lebt in Australien, Max in New York am anderen Ende der Welt. Sie ist ein junges Mädchen von sechs Jahren, er ein Mitt-vierziger. Gemeinsamkeiten scheinen die beiden auf den ersten Blick nicht zu haben. Trotzdem entwickelt sich zwischen den beiden eine Verbindung via Brief. Bald ist der jeweils andere der einzige Anker in deren Alltagstristesse. Gemeinsam kämpfen sich die beiden durch Depressionen, Berge von Schokolade und Angstzustände. Erleben jedoch auch von Glück durchflutete Zeiten.

 

Die kauzigen Charaktere des Films sind dermaßen liebenswert, dass man fast vergisst, dass sie eigentlich nur Klumpen aus Knete sind. Die Palette der dargebotenen Emotionen reicht von unendlich traurig bis heiter-komisch. Auch der Humor, der oft auch sehr derb dargeboten wird, kommt nicht zu kurz. Ein wahres Potpourri der Gefühle. Der Film strotzt zudem nur so vor skurrilen Ideen, Allegorien und nicht immer ganz ernst zu nehmenden Lebensweisheiten und zeigt so auf eine gleichzeitig anrührende aber auch nachdenklich Art die schönen, genauso wie die unendlich hässlichen Seiten des Lebens. Dem Film gelingt dies auf erstaunliche spielerische Art. Weder driftet  der Ton ins Sentimentale, noch wird übermäßig moralisiert. Sicherlich auch ein Verdienst der Machart und der Optik des Films.

Mary & Max erzählt eigentlich eine sehr traurige Geschichte. Jedoch scheint der Film sich selbst und eigentlich das ganze Leben nicht sonderlich ernst zu nehmen und schafft es so die Höhen und Tiefen zweier Außenseiter auf eine herrlich anzuschauende Art zu portraitieren. -Don‘t worry be happy- scheint der Film zu sagen. Ein Augenzwinkern kann nicht schaden.

 

Wer einen wirklich regnerischen Tag hat sollte sich Mary & Max anschauen. Danach geht’s sicherlich wieder besser.

 

Mibo

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