Moneyball

MONEYBALL

Zahlenrevolution im Kautabak-Land

 

„There are rich teams and there are poor teams, then there‘s fifty-feet of crap, and then there‘s us.“ Bestandsaufnahme. Kann ein Team allein durch Talent, Strategie, Mentalität und Taktik gewinnen? Können im Profisport große Erfolge mit minimalem Budget erzielt werden? In dem Film Moneyball von Bennett Miller geht es genau um diese Fragen. Willkommen im Mikrokosmos der Manager und Statistik-Nerds.

 

Für alle, die keine Baseball-Fans sind und den Sport nur mit Völkerball aus Schulzeiten in Verbindung bringen: Entspannt euch. Es ist ein großartiges Filmdrama zum Mitfiebern und kein typischer Sportfilm. Natürlich sollte man schon ein wenig Liebe für Teamsport im Allgemeinem mitbringen, ist aber nicht weiter schlimm wenn nicht. Es geht vordergründig um menschliche Entscheidungen und den Mut sich gegen den Rest zu stellen. An zweiter Stelle kommen dann Statistiken, Strategien und die Zukunft des Sports. Also, nicht abschrecken lassen – Trust me.

 

Moneyball erzählt „based on a true story“ die Geschichte des erfolglosen Major-League-Teams “Oakland Athletics” und dessen Manager Billy Beane (Brad Pitt), der mithilfe von bestimmten Zahlen und Erkenntnissen den Sport für immer verändern will. Stichwort: Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis. Seine Geheimwaffe: Peter Brand (Jonah Hill), ein dicklicher, armseliger Yale-Absolvent mit Mathe-Brain und einem Notebook, das scheinbar alle Baseball-Statistiken des Universums enthält.

 

Der Film selbst wurde sehr zurückhaltend inszeniert. Nicht die Spiele selbst, sondern die Macher stehen im Vordergrund. Der Streifen wirft einen recht gnadenlosen bzw. realistischen Blick auf das Geschäft hinter den Kulissen. Auf Sportler, die wie Vieh verkauft und getauscht werden, auf knarzige, knausrige alte Männer, deren Blick über die Jahre getrübt wurde und deren Weisheiten und Vorurteile fast schon gebetsmühlenartig wiederholt werden. Früher war alles besser, lasst es uns so wie immer machen. Zeit für Veränderung? Da muss schon Brad Pitt kommen.

 

Und wie aufs Stichwort liefert er ab. Denn, was diesen Film vor allem auszeichnet (neben den smarten und gewitzten Nerd-Dialogen) ist das unglaublich charismatische Schauspiel von Mr. Benjamin Button. Dieser Mix zwischen eiskalter Entschlossenheit und tiefgründiger Leidenschaft – diese Inbrunst wie Brad Pitt diesen Billy Beane verkörpert – Pervers. Aber auch Jonah Hill. So detailreich und in höchstem Maße überzeugend habe ich Lange kein Duo mehr auf der Leinwand gesehen. Ich durfte den Film übrigens in O-Ton genießen und war sehr überrascht wie facettenreich manche Schauspieler doch sind. Die Oscarnominierung ließ dann auch nicht lange auf sich warten.

 

Was bleibt noch zu sagen außer: „Hallooo? Must See auf JEDEN!“

Das Schöne an Moneyball ist aber auch die Frage nachdem „danach“. Was bleibt den Helden und Pionieren am Ende der Reise? Geld? Sabotage gegen den Triumph des kapitalistischen Grundgedankens im Sport? Schaut selbst.

 

Flo

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