sugar man

SEARCHING FOR SUGAR MAN

Phoenix aus der Asche

 

Kurt Cobain hat sich mit einer Flinte das Hirn weggeschossen, Ian Curtis hat sich aufgehängt, Jimi Hendrix ist an seinem Erbrochenen erstickt, Mama Cass und Jim Morrison blieb das Herz stehen. Janis Joplin hat sich den Goldenen Schuss verpasst, bei Amy Winehouse war es wohl Alkohol. Und dann gibt es da noch Sixto Rodriguez, der eigentlich nur unter seinem Nachnamen bekannt ist. Man munkelt so einiges über seinen Tod. Die einen sagen, er hat sich auf der Bühne erschossen, die anderen sagen, dass er zwar auch auf der Bühne gestorben ist, sich aber mit Benzin übergossen und angezündet haben soll. Sein Tod bleibt jedoch ein Mythos beziehungsweise ein Mysterium.

 

Dass sich ein Musiker umbringt oder dass er auf mysteriöse Art und Weise ums Leben kommt, ist also kein Sonderfall, sondern passierte über die letzten Jahrzehnte in einer gewissen Regelmäßigkeit. Doch wer ist dieser Rodriguez? Was macht ihn so besonders? Den meisten Menschen dürfte dieser, ein wenig nach Bob Dylan klingende, Sänger vollkommen unbekannt sein, denn sein Erfolg Anfang der 1970er hielt sich in Grenzen (und das ist noch wohlwollend ausgedrückt). Nur in einem Land war er erfolgreich –  und zwar in Südafrika.

 

Genau dort beginnt auch die Dokumentation Searching for Sugar Man. Denn Rodriguez war zwar bekannt in Südafrika, doch den Menschen im von Apartheid geplagten Land fehlten eigentlich jegliche Informationen über den Künstler. So machten sich irgendwann, nachdem sich das Land von der Apartheid befreit hatte, ein Plattenladenbesitzer und ein Musikjournalist auf, um herauszufinden, was wirklich mit Sixto Rodriguez geschehen ist und woher er überhaupt kam.

 

Ich habe vor nicht allzu langer Zeit hier schon mal eine Dokumentation empfohlen und ich kann garantieren, dass sich diese auf demselben Level bewegt. Nicht umsonst wurde der von Regisseur Malik Bendjelloul produzierte Streifen in diesem Jahr mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Es war übrigens das erste größeres Werk des schwedischen Filmemachers und sofort ein absoluter Hit.

 

Wie immer halte ich mich auch hier mit zu viel Vorabinformation zurück, denn auch dieser Film lebt davon, dass der Zuschauer die Geschichte miterlebt. Ich garantiere euch richtig gute Unterhaltung und eine Story, die mich wirklich überrascht hat. Ich hatte sogar einen Gänsehautmoment, was ich in Dokumentationen nicht so häufig verspüre. Außerdem ist der Film gespickt mit der Musik von Rodriguez, die ich seitdem rauf und runter höre – auch in diesem Moment. Ich sagte über The Imposter, dass es eine der besten Dokumentationen sei, die ich je gesehen habe und ich dachte nicht, dass ich diesen Satz so schnell wiederholen müsste, aber Searching for Sugar Man hat mich nun ein wenig in die Bredouille gebracht. Dieser Streifen ist definitiv einer der besten Dokumentarfilme und absolut empfehlenswert.

 

Jan

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