spring breakers

SPRING BREAKERS

Generation YOLO

 

Wenn die Disney-Sternchen Vanessa Hudgens und Selena Gomez zu den Hauptdarstellern eines Films gehören, ist eigentlich von vorne herein klar, was einen erwartet. Die beiden sind als Schulmädchen verkleidet und kichern die meiste Zeit vor sich hin. Platte Dialoge und ein Drehbuch, welches einem pubertären Traum eines amerikanischen Vorstadtkindes entsprungen sein könnte. Wahrscheinlich trällern die beiden noch ein mehr oder weniger gutes Liedchen … so auch in Spring Breakers – Falsch!

 

Spring Breakers ist anders. Wahrscheinlich anders als alles, was im vergangen Jahr im Kino lief. Die Story an sich ist nichts Besonderes: vier Mädchen vom College wollen während der Semesterferien – ah nein, das heißt ja vorlesungsfreie Zeit – nach Florida fahren, um dort den Spring Break zu feiern. Während des Trips geraten die vier an den Rapper und Drogendealer Alien (James Franco).

 

Wie gesagt, die Story ist eigentlich nichts Besonderes. Die Machart schon. Der Streifen schreit einen förmlich an: Ich bin kein Film, ich bin Kunst. Jedoch sind die eingesetzten Mittel meiner Meinung nach eher fraglich. Das Spiel mit Farben und Stimmungen gelingt bisweilen gut. Das Loopen einzelner Szenen, die Fragmente der Handlung vorweg nehmen sowie die – irgendwann sehr nervige – Stimme Francos aus dem Off, sind eher misslungen.  Wobei das mein subjektives Empfinden ist. Auch sind die schauspielerischen Darbietungen nicht im Einklang. Während Franco eine Glanzleistung als Pseudo-Gangster abliefert, fallen die eigentlichen Hauptdarstellerinnen allesamt durch. Bestenfalls gibt es noch ein „ausreichend“.

 

Der wirklich störende Faktor an Spring Breakers war für mich jedoch ein anderer. Das Gefühl,  die  Herzensangelegenheit, man könnte sagen, den Stoff, der eine ganze Generation anzutreiben weiß, werden im Film verdichtet. Der Drang nach Freiheit. Das Ausbrechen aus der Normalität des Alltags und die damit einhergehenden Probleme und das harte Aufschlagen auf dem Boden der Tatsachen. Der Streifen kann das Gefühl des Freiseins jedoch überhaupt nicht vermitteln.  Und das hat mir schlicht gefehlt. Aber vielleicht will er das auch gar nicht…Ich bin nicht sicher, ob ich das so ganz verstanden habe. Aber so ist das nun Mal mit Kunst.

 

Die Sinnlosigkeit der Unternehmung macht der Film jedoch mehr und mehr greifbar. Warum fahrt ihr überhaupt dahin Mädels? Nur weil ihr es müsst? Nach was sucht ihr überhaupt? Fragen, die ungeklärt bleiben. Zusammen mit den Längen, die Spring Breakers sicherlich hat, ist es deshalb vielleicht teilweise so anstrengend und fast schon nervig den Film anzuschauen.

 

Während Harmony Korine bei dem Versuch das Gefühl einer Generation einzufangen mit seinem  Drehbuch-Debüt Kids (1975) den Nagel auf den Kopf traf, ist der Versuch dies im 21. Jahrhundert zu wiederholen gründlich in die Hose gegangen. Vielleicht war nicht genug Zeit die – insgesamt doch sehr blass bleibenden – Charaktere zu entwickeln, weil der Fokus mehr auf den künstlerischen Aspekten lag. Meiner Meinung nach ist dies jedoch viel zu wenig für einen wirklich guten Film. Ich konnte nur sehr wenig mit Spring Breakers anfangen. Vielleicht seht ihr das aber ganz anders. Schaut ihn euch an. YOLO.

 

Mibo

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