star trek darkness

STAR TREK INTO DARKNESS

Flieg, kleine Enterprise.

 

Rote Erde. Weiße Bäume. Pergamentrollen und Raumschiffe. Eine unterentwickelte Spezies. Vulkanausbrüche und Meeresrauschen. London und San Francisco. Remake oder Sequel?

Gegensätze scheinen sich im neuen Star Trek Into Darkness an- und auszuziehen.

Gut oder schlecht? Das erfahrt ihr in dieser (heute mal etwas anderen) Kritik.

 

GUT:

Effekte sind bombig. Alles ist schön. Es gibt viele unterschiedliche Schauplätze zu bestaunen. Auch die Enterprise kommt oft vor. Von oben. Von unten. Im Wasser. Im Warp. Im Fall. Als ob J.J. Abrams (Armageddon, Mission Impossible III, Lost) den Fans etwas zurückzahlen wollte. Ich fands jedenfalls fett. Steh auf so Weltraum-Kram. Hauptsache der Kontrast- und Größenvergleich stimmt. Kleines Schiff dockt an riesiger Station mit ordentlich Gewusel im Hintergrund an? Check. Weltraum-Kometenmüll-Szene? Check. Stylishe Verfolgungsjagden die an Kriege und Sterne erinnern? Not of bad Parents! 3D? Ich hasse 3D. Aber dieses Mal ist 3D okay. Wer‘s mag, naja. Schauspieler spielen gut. Wie eine Einheit. Wie eine Schulklasse auf einem Ausflug im Weltraum. Spock (Zachary Quinto) bekommt von mir die Note 1,5. Der Übergegner John Harrison (Benedict Cumberbatch) die 1 mit Sternchen. Ultradicke Leistung. Wie er seine Emotionen allein stimmlich mit Klang- und Wortwahl (in Originalvertonung) rüberbringt – Hut ab Kamerad! Eigentlich spielt keiner der Schauspieler wirklich schlecht. Auch die eingestreute Prise Humor funktioniert wunderbar. Die Charakter werden zwar sehr stark in ihre typischen Klischee-Ecken gesteckt, meistern die Szenen doch zu 99% mit Bravour. Vor allem die russischen und britischen (irischen?) Akzente kommen gut. Was war noch cool, ja genau: Die Soundkulisse zu den toll inszenierten Kamerafahrten! Allgemein die Kamera. Guter Einsatz des Zoom-Effektes. Rein bei Details. Raus bei dramatischen Szenen. Hier kommen Fans der alten Serie voll auf ihre Kosten. Auch das ständige Bromance-Gezicke zwischen Spock und Kirk sorgt für einige Schmunzler.

 

SCHLECHT:

Er kann es einfach nicht lassen. Die Szenerie wird immer noch mit seinen hässlichen High-End-Werbeclip-Lichtstreifen unterlegt. Sogar bei normalen Gesprächen im Cockpit flimmert es ordentlich. Schwamm drüber. Viele Schauplätze? Falsche Gewichtung wenn es nach mir geht. Obwohl der Film Überlänge hat, verweilt er viel zu lange auf den einzelnen Raumschiffen bzw. der Enterprise. Lautet der Slogan nicht „unendliche Weiten“? Ich will neue Planeten, seltsame Rassen, fremde Völker und fremde Sprachen. Klima- oder Zeitzonenwechsel. Es wirkt alles zu sehr technisch perfekt und sauber geschleckt im Trekkie Universum. Genau wie die Klamotten. Ja, ich geb‘s zu. War nie Fan der Reihe. Star Trek war für mich das spießige Star Wars. Warum rennen die Figuren eigentlich die ganze Zeit? Kann es sein das der Film hier und da etwas zu stressig wird? Tom Cruise und Usain Bolt wären zumindest stolz. Trotz der vielen Action: Ein bissel zu lang war er dennoch. Einige Emo-Szenen über Männerfreundschaft, Ehre und Stolz waren unnötig. Bei einer Szene kam sogar kurz der Fremdscham-Effekt auf. Auch das Ende bzw. das Hin und Her zwischen Showdown, verzögertem Showdown, durchatmen und dann doch ernüchterndem Finale war nicht wirklich der Reißer. Bissel „verwurschtelt und verhudelt“ das Ganze. Und warum müssen die finalen Kämpfe der neuesten Genre Monster immer auf der Erde stattfinden? Mit The Avengers (New York), Transformers (Chicago) hatten wir doch schon genug Städte. Bleibt doch bitte in Zukunft auf den fernen Planeten und tobt euch dort kreativ aus.

 

FAZIT:

Wie man sieht, gibt es nicht viel zu meckern. Ich persönliche fande ihn zwar nur „nett“, trotzdem ist Star Trek Into Darkness ein audiovisuelles Prachtstück mit grandioser Optik, lässigem Humor und hervorragend gecasteten Schauspielern. Ob alte Fans und junges Gemüse gleichermaßen bestens bedient werden kann ich nicht beurteilen. Auf großer Leinwand jedenfalls macht er Spaß. Kann man sich reinziehen.

 

Flo

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