supersizeme

SUPER SIZE ME

Die Fress-Imperialisten

 

Hand hoch – Wer war in seinem Leben noch nie bei McDonalds? Dem Fast-Food-Restaurant überhaupt.  Auf der ganzen Welt verbreitet. Eine Marke wie Coca Cola, Apple, Microsoft und Nike. Der Clown mit der roten Perücke namens Ronald ist bei Kindern bekannter als Jesus. Praktisch an jeder Ecke steht ein Ableger der Kette. Sich dagegen zu wehren, das große M zu ignorieren: eigentlich unmöglich. Dass das dort servierte ‚Essen‘ jedoch alles andere als gesund ist, beweist Morgan Spurlocks Dokumentation Super Size Me.

 

Spurlock wagte das Experiment sich für 30 Tage ausschließlich von McDonalds-Produkten zu ernähren. Außerdem senkte er sein tägliches Maß an Bewegung auf den amerikanischen Durchschnitt – mit zum Teil erschreckender Wirkung…

 

Der Film erntete in Deutschland nicht nur Lob. Es wurde teilweise gemutmaßt, Spurlock habe den Effekt des Essens durch Einnahme von Anabolika verstärkt. Auch seien die Ergebnisse, die der Konsum des McDonalds-Essen bei Spurlock hervorgerufen habe zweifelhaft und auf keinen Fall zu verallgemeinern. Mir persönlich ist lediglich die Darstellung des Fast-Food-Konkurrenten Subway als Heilsbringer sauer aufgestoßen. Spurlock distanzierte sich jedoch später auf seinem Blog von Subway. Der Film kam immerhin schon 2001 in die Kinos und ist daher natürlich nicht mehr brandaktuell. Dennoch sind die angeprangerten Praktiken auch noch heutzutage ein Thema. Der Film macht nicht nur auf das viel zu oft unterschätzte Problem der Fettleibigkeit in der westlichen Welt aufmerksam, sondern stellt insgesamt gesellschaftliche Entwicklungen und Angewohnheiten unseres täglichen Konsums in Frage. Zwar steht McDonalds im Fokus der Kritik, jedoch lässt Spurlock anklingen, dass Mac D nicht der einzige faule Apfel am Baum der Weltkonzerne ist.

 

Zwar ist Super Size Me sicherlich kein Film, den man als lupenreine Dokumentation durchgehen lassen kann. Trotzdem hat die Selbstkasteiung des Protagonisten ihren Reiz. Der Mischung aus Faszination und Ekel kann man sich nur schwer entziehen. Kein Wunder dass Spurlock für einen Oscar nominiert war. Ein wichtiges Plus für die Authentizität des Films ist sicherlich Spurlock selbst. Zu Beginn seines Experiments merkt man ihm seine Begeisterung – die er dann aber auch ziemlich schnell verliert – für sein Experiment, dass er scheinbar aus einer Laune heraus, ausgebrütet hat förmlich an… Und mal ganz ehrlich. Ein Monat nur McDonalds? Come on?!

 

Mibo

Top