the big lebwoski

THE BIG LEBOWSKI

Teppich. Murmeltier. Nazis.

 

Manchmal ist man sich schon im Voraus bewusst, dass man einer Sache nicht gerecht werden kann. Bei The Big Lebowski ist das der Fall. Dieses Review kann der Großartigkeit dieses Films nicht mal annähernd nahe kommen. Dieser Streifen ist ein Klassiker. Eine Koryphäe des Films. Jeder HipHop Fan kennt Dr. Dre‘s Chronic, jeder Si-Fi Nerd die Star-Wars Reihe, jeder Fußballfan Pele – und jeder Nicht-Deutsche weiß, dass bei uns das Oktoberfest stattfindet. Als Film-Fan sollte man The Big Lebowski kennen.

 

Um es gleich mal klar zu stellen, niemand nennt Lebowski, „Lebowski“, der Typ ist ‚Der Dude‘. - Ok zugegeben, wer den Film nicht kennt wird sich an dieser Stelle die Frage stellen, die im Zeitalter des Web 2.0 mit den Buchstaben W, T und F abgekürzt wird. Das Gleiche wird allerdings auch passieren, wenn man sich den Film selbst zu Gemüte führt. Die Geschichte ist eine Aneinanderreihung von Schwachsinn aller erster Güte. Oft weiß man nicht, ob man lachen, mit dem Kopf schütteln, oder sich an letzteren fassen soll. – Manchmal alles gleichzeitig.

 

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Jeffrey Lebowski. Der Dude, wie er genannt wird, gehört zu den faulsten Säcken überhaupt. Also nicht nur in LA, wo er wohnt – Nein. Weltweit. Dem Dude wird nicht ans Bein, sondern auf den Teppich gepisst. Und da es noch einen Lebowski und obendrein eine Entführung gibt, ist das Schlammassel perfekt. Aufgrund der Verwechslung, beginnt die wilde Fahrt durch Absurdistan.

 

In der Vergangenheit gab es schon zahlreiche Filmduos. Von richtig mies, wie Dennis Rodman und Jean Claude Van Damme in Double Team, bis richtig gut wie Susan Sarandon und Geena Davis inThelma & Louise. Zu den Besseren gehören sicher auchder Dude und Walter: Diese beiden sind alleine wahrscheinlich nicht annähernd so gut wie im Team. Walter ist ein Kriegsveteran und Hysteriker, dem man am liebsten zurufen möchte: Beruhig dich Junge! Mach dich mal locker. Es ist doch gar nichts passiert. – Trotzdem ist er auf seine Art ein liebenswerter Typ, der jedoch auch einen Hang zum dramatischen hat. Gepaart mit seiner Naivität und einer gewissen Selbstüberschätzung neigt er dazu, sich und andere in brenzlige Situationen zu manövrieren. Auf gut deutsch: Walter ist der Reiter in die Scheiße. Der Dude ist das komplette Gegenteil. Ihm ist eigentlich alles egal. Im Großen und Ganzen geht ihm das, was um ihn herum passiert am Allerwertesten vorbei. Ziemlich gehörig sogar. Eigentlich will er nur seinen Teppich zurück. Der hat das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht, meint er.

 

Ich glaube jeder will ein bisschen so sein wie der Dude. Sich ein bisschen weniger Sorgen machen, sich ein bisschen mehr an den Kleinigkeiten des Lebens erfreuen, mehr in den Tag hinein leben.

 

Ein Löwenanteil des Films besteht aus Dialogen zwischen Walter und dem Dude. In diesen reden sie mehr aneinander vorbei, als miteinander. Trotzdem ist es sehr unterhaltsam den beiden bei ihren Abhandlungen über das Geschehene zu lauschen. Dabei entstehen teilweise die absurdesten Situationen. Die beiden sind wirklich gute Freunde. Und ich meine: Lieber-selbst-das-letzte-Stück-Pizza-fressen-und-sich-über-den-Hunger-des-anderen-lustig-machen-anstatt-selbst-Kohldampf-zu-schieben-beste-Freunde. Die beiden kennen den Anderen, und dessen Macken. Achtung schlechter Wortwitz: Unschlagpaar.

 

Ein abschließendes Wort gilt es noch über die Musikauswahl des Films zu verlieren. Diese ist nahezu perfekt gelungen. Die Songs von Bob Dylan, Creedence Clearwater Revival, Gipsy Kings und Kenny Rogers erzählen die Geschichte weiter, wenn die Personen nichts zum Besten geben. Der Film befindet sich ständig im Fluss. Genauso sollte es sein.

 

I like your style dude! PFLICHTPROGRAMM!

 

Mibo

Top