the campaign

THE CAMPAIGN

Mit kräftigem Haar in den Wahlkampf

 

Jeder kennt sie und jeder hat eigentlich einen Lieblingsfilm aus diesem Genre. Die dumme Komödie. Egal, ob man normalerweise den Humor von Woody Allen schätzt oder sich nur ausländische Dokumentationen im Originalton anschaut und alles andere als Angriff auf die Hochkultur sieht, hat man mindestens einen dümmlichen Film, den man liebt. Vielleicht geben es manche auch nicht zu, doch zwischen der Nackten Kanone, Scary Movie oder dem Ja-Sager, muss es einen Film geben, bei dem man sich einfach wegschmeißt, obwohl jeder Witz richtig dämlich ist.

 

Ein Großmeister dieses Genres ist ganz sicher Will Ferrell. Ob er nun Hochzeiten crasht oder den König der Rennfahrer gibt, er zeigt sich (fast) immer von seiner dummen Seite.

So auch in The Campaign oder wie er im Deutschen heißt: Die Qual der Wahl.

 

Wie der Titel schon zum Ausdruck bringt, geht es um eine politische Kampagne und darum, wer den Sitz im Kongress für den 14. Distrikt in North Carolina bekommt. Und eigentlich gewinnt diesen Sitz jedes Jahr Cam Brady, gespielt von Will Ferrell, absolut unangefochten, da er keinen Gegner hat. Doch da taucht Martin Huggins (Zach Galifianakis) auf. Der ungeliebte Sohn reicher Eltern und ein absolutes Weichei. Allerdings wollen reiche Mächte im Hintergrund, dass Brady verschwindet und unterstützen den reichen Weichkeks, wo sie nur können und die Schlammschlacht beginnt.

 

Der Film versucht an vielen Stellen die amerikanische Polit-Kultur auf die Schippe zu nehmen und das gelingt finde ich auch sehr gut. Wer sich Wahlkampfreden in den USA anguckt und mit einigem vergleicht, was vor allem Cam Brady von sich gibt, wird – so traurig es ist – gewisse Parallelen erkennen. Will Ferrell bleibt allerdings für mich auch das Highlight des Films. Zwar hat man ihm mit Zach Galifianakis eigentlich einen guten „Gegenspieler“ hingestellt, doch irgendwie bin ich mit „Marty“ Huggins nicht warm geworden. Seine Gags waren mir dann doch zu Eindimensional (und das will etwas heißen in diesem Genre). So bleibt von dem Wolfsrudelmitglied aus den Hangover-Filmen eigentlich nur eins wirklich hängen: sein unfassbarer Schnurrbart. Respekt dafür. Mann ist das ein Schnurrer.

 

Als Fazit bleibt zu sagen: Schaut ihn euch an, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Erstens, schaut ihn nicht allein, denn wie bei jeder dummen Komödie schaukelt sich die Stimmung am besten hoch, wenn es jemand neben euch verreist. Zweitens, ich möchte eigentlich nicht schon wieder zum offenen Alkoholkonsum auffordern, aber trinken könnte helfen. Drittens, keine Erwartungen haben. Also, wenn ihr ein paar Freunde da habt und euch nicht richtig auf einen Film einigen könnt, dann schaut euch The Campaign an, es ist eine überdurchschnittliche dumme Komödie, was aber eher daran liegt, dass es in diesem Genre seit langem eher wenig Überdurchschnittliches gab.

 

Jan

Top