damned united

THE DAMNED UNITED

Das Großmaul

 

Fußballfans aufgepasst! Aber auch der Rest kann gerne weiterlesen, denn ich schreibe hier über einen wirklich guten Film. Ein Film aus dem Mutterland des Fußballs. Das bleibt England, auch wenn Bayern und Dortmund dieses Jahr Europa gezeigt haben, wie man diesen Sport zu spielen hat. Wer die Insel vor dem europäischen Kontinent jedoch ein wenig kennt, der weiß, dass es sich bei den Briten um ein fußballverrücktes Völkchen handelt, das seine Helden liebt und verehrt. Einer von diesen Helden ist Brian Clough. Brian Wer? Gleich seid ihr schlauer.

 

1974, Leeds United ist das Maß aller Dinge im englischen Fußball, denn Leeds stellt die beste Mannschaft und gewinnt in absoluter Regelmäßigkeit die Meisterschaft. Trainiert wird die Mannschaft von Don Revie, der als der beste Trainer auf der Insel gilt. Und was macht man mit dem besten Trainer? Richtig, man macht ihn zum Nationalcoach. So steht Leeds nach 13 Jahren ohne Trainer da. Die Verantwortlichen entscheiden sich Brian Clough in das so wichtige Amt zu berufen. Einen jungen Trainer, der für zwei Sachen bekannt ist: Er kann Mannschaften aus unteren Ligen bis an die Spitze der ersten Liga bringen und er ist DAS Großmaul im englischen Fußball. Dieses Maul öffnete er in der Vergangenheit auch sehr häufig gegen Leeds und seinen damaligen Trainer. Kann das gut gehen?

 

Der Film erzählt autobiographisch das dunkelste Kapitel in der Karriere eines der besten und wahrscheinlich auch am meisten polarisierenden Trainers, die England je gesehen hat. Zwischen den Fronten befand sich Clough nämlich gerne wegen Aussagen wie: „Ich würde nicht sagen, dass ich der beste meiner Zunft war. Aber ich lag vor Platz zwei.“ Aber auch bescheideneren Behauptungen wie: „Der Fluss Trent ist wunderhübsch. Ich kann das beurteilen, weil ich dort 18 Jahre lang übers Wasser gelaufen bin.“ Gespielt wird Brian Clough von Michael Sheen (Blood Diamond, Tron Legacy, Königreich der Himmel und und und), der eine absolut tolle Leistung abliefert. Wie gut diese Leistung ist, kann man sich zu Gemüte führen, wenn man sich die Zeit nimmt und nach dem Film sich ein paar Interviews mit dem „echten“ Brian Clough anschaut. Die gesamte Mimik und Gestik ist wirklich exakt nachempfunden.

 

Also ich kann den Film jedem Fußballfan nur wärmstens empfehlen, denn man kriegt einen neuen Einblick in die Hintergründe des britischen Fußballs der 70er-Jahre. Was einen Trainer manchmal antreiben kann und wie simpel doch dieser so populäre Sport mal war (und in manchen Facetten vielleicht immer noch ist?). Ich garantiere eigentlich auch allen nicht Kicker-Abonnenten großartige Unterhaltung mit allem, was sich Filmfreunde wünschen. Wenn man allerdings den Zugang zu Fußball bis jetzt nicht gefunden hat, dann könnte es vielleicht einfach nicht euer Ding sein.

 

Jan

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