#78_the_help

THE HELP

You Can‘t Deny the Truth

 

Es sind manchmal die kleinen Geschichten, die in Wahrheit ganz groß sind. Die zunächst kleinen Persönlichkeiten, die den Unterschied ausmachen können. Diese Geschichten gibt es in der Bibel und auch in Realität hat es immer wieder die „Kleinen“ gegeben, die sich gegen eine schier unbesiegbare Übermacht aufgelehnt haben. Und nein, ich spreche hier nicht von 300 oder einem anderen Film, indem zu den Armfeuerwaffen gegriffen wird. Nein hier haben Menschen zur vielleicht mächtigsten Waffe gegriffen: dem Wort.

 

Jackson, Mississippi, Anfang der 1960er Jahre. John F. Kennedy ist Präsident, Rassentrennung ist an der Tagesordnung und obwohl die Sklaverei schon seit einer langen Zeit abgeschafft ist, arbeiten ausnahmslos Schwarze als Haushaltshilfen für reiche Weiße. Zwar könnten die Hilfen jederzeit gehen, doch wenn sie das tun, wird ihr Ruf meist durch Verleumdung zerstört. So entsteht auch ohne Sklaverei ein klares Besitzverhältnis.

 

Eine Person in Jackson gibt sich damit jedoch nicht zufrieden. Es ist die junge, aufstrebende Journalistin Eugenia Phelan, die von allen nur „Skeeter“ gerufen wird (gespielt von Emma Stone). Ihr Ziel ist es ein Buch über die guten Geister im Haushalt zu schreiben oder wie sie auf Englisch genannt werden: the Help. Das ist in Mississippi allerdings kein so leichtes unterfangen, denn nicht nur der offenkundige Rassismus macht ihr zu schaffen, ihr Vorhaben ist sogar gegen das Gesetz. Ihre Such nach Haushaltshilfen, die sie interviewen kann, wird zu einer Odyssee, denn die Angst ist erstickend groß in Jackson, Mississippi.

 

The Help basiert auf dem gleichnamigen Buch von Kathryn Stockett und wahrscheinlich ist dieses Buch noch um Welten besser als dieser Film. Und wenn es so ist, dann solltet ihr es lesen gehen, denn der Streifen selbst ist schon ein Meisterwerk. Ich habe gelächelt, mitgefiebert und weiße Frauen beschimpft. Alle Schauspieler liefern ein so stimmiges Bild ab. Ob es nun die schwarzen Darstellerinnen sind, die man zumeist gerne in den Arm nehmen möchte, weil sie so lieb aussehen oder diese verdammten, hochnäsigen Weiber und ihre Bridge-Runden, die man liebsten irgendwo runterschubsen möchte.

 

Ich bin ein großer Fan seit heute und hätte den Film auch noch stundenlang weiter gucken können. Das Gesamtpaket ist mehr als erfüllt: großartige Darsteller, grandiose Musik, eine spannende Geschichte und diese ist auch noch hervorragend in den historischen Hintergrund eingebetet. Und gerade weil diese Darsteller so großartig sind, sollte dieser Streifen unbedingt im Originalton angesehen werden. Keine Synchronsprecherin kann eine dicke schwarze Frau, die mit Südstaatenslang jemanden zur Sau macht auch nur annähernd nachahmen. Tut euch selbst einen gefallen und lasst euch das nicht entgehen.

 

Jan

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