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THE JUNGLE BOOK

Woolies Erben

 

Von hier an brauche ich nur 3 Sekunden, um euch einen Todesohrwurm zu verpassen: 3, 2, 1: „Probier’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit…“ So, fertig gesungen? Ich hätte gerne E-Mails oder Facebook-Kommentare, wer an dieser Stelle nicht mitsingen konnte. Rein statistisch muss es ja jemanden geben.

 

Jeder kennt das Dschungelbuch. Mogli der Waisenjunge, Balu der Bär, Baghira der Panther, die Schlange Kaa, King Louie und Shir Khan. Der Look des Zeichentrickfilms aus dem Jahre 1967 ist noch in unser Gedächtnis eingebrannt und die Lieder klingen noch in unseren Ohren. Um so mutiger war es von Iron-Man-Regisseur Jon Favreau diesem Klassiker ein Remake zu verpassen. Allerdings ist es diesmal kein Zeichentrick, sondern eine wahre CGI-Schlacht. Mogli ist ein „echter“ Junge, der sich durch einen animierten Dschungel schlägt und auf viele sprechende Tiere trifft. Und genau bei diesen sprechenden Tieren liegen die Stärken und die Schwächen dieses Films. Ich möchte mit den Stärken anfangen. Die Sprecher sind absolut großartig gewählt. Ben Kingsley als der alte und weise Baghira, Bill Murray als Balu, Idris Elba als Shir Khan – wirklich eine tolle Auswahl. Mein absolutes Highlight, auch aufgrund der Animation, Scarlett Johansson als Schlange Kaa und Christopher Walken als King Louie.

 

Eine „Schwäche“ ist, dass ich persönlich jedenfalls eine Weile gebraucht habe, bis ich mich daran gewöhnt hatte, dass die Tiere sprechen. Ich fand es wirklich ein wenig seltsam, obwohl es ja ein zentraler Teil des Films ist. Was an einer echten Schwäche gelegen haben könnte: Denn die Stimmen wirken oft sehr blechern. Ein wenig, als wären die Tiere Roboter. Das verlor sich auch nur selten im Film und das ist sehr sehr schade. Auch die gerade gelobte Kaa erinnert so ein wenig an Scarlett Johanssons Rolle in Her und da ist sie eine sprechende Assistenzsoftware. Die CGI sieht großteils sehr schön aus und auch der Dschungel macht etwas her. Augenschmaus des Films ist Shir Khan. Hier wurde auf alle Details geachtet, selbst wenn er nass ist und die Tropfen in seinem Fell glänzen. Sehr schöne Arbeit. An mancher Stelle wurde sich dagegen weniger Mühe gegeben, aber das sind Kleinigkeiten.

 

Der Film birgt weitere Highlights und ist trotz der schon bekannten Geschichte wirklich spannend. Wären die kleinen Schönheitsfehler nicht, wäre ich bereit gewesen, von einem kleinen Meisterwerk zu sprechen. So ist The Jungle Book „nur“ ein sehr sehenswerter Film, der sicherlich den ein oder anderen in seine Kindheit zurückversetzen wird.

 

Jan

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