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THE LEGO MOVIE

Kleine Männchen mit komischen Frisen

 

Hach!, war das nicht schön, als wir alle noch in der Grundschule waren. Mama hat uns jeden Tag das Pausenbrot geschmiert, spätestens um 12.25 Uhr war Feierabend, mal von den Hausaufgaben abgesehen. Sorgen hatten wir so gut wie keine. Überhaupt hat man in diesem Lebensabschnitt massig Zeit für alles Unnütze – oder nennen wir es lieber: „die wirklich wichtigen Dinge des Lebens“.

 

Ich habe viel meiner freien Zeit – besonders im Winter – in Lego investiert. Denn mal ganz ehrlich: die kleinen gelben Männchen, bei denen im Unterschied zu Playmobil (ziemlich schwul) der Kreativität kaum Grenzen gesetzt sind, sind der Shit! Jenes kann man leider nicht von den Filmen über die Spielzeugfiguren behaupten – zumindest bis jetzt.

 

Mit The Lego Movie ist den Regisseuren Phil Lord und Chris Miller eine Hommage an das Plastikspielzeug gelungen. Kurz zum Inhalt: Der einfach Arbeiter Emmet wird auserwählt, das Lego Universum zu retten. Dabei stehen ihm alle – und wenn ich sage alle, dann meine ich wirklich alle -  Legofiguren, die man sich vorstellen kann, zur Seite. Womit wir schon beim ersten Grund sind, sich den Film anzuschauen: Egal ob Batman, der Zauberer mit dem leuchtend phosphoreszierenden Haar und Bart, die Star-Wars-Crew, Piraten und Cowboys, die NBA All-Stars von 2001, oder, oder, oder – die ganze Mannschaft ist am Start. Ein freudiges Wiedersehen mit den Helden der Kindheit.

Die wirkliche Stärke des Films ist aber die abartige – in diesem Fall ist das positiv zu verstehen – Detailverliebtheit der Macher. Überall finden sich kleine Verweise auf das Lego-Universum. Die Hörner auf dem Helm des Bösewichts sind Legotassen, aus der Dusche sprudeln die kleinen runden Dinger, die man früher zu Nichts gebrauchen konnte, außer dass sie die kleinen Geschwister gerne verschluckt haben, der Schaum in der Wanne sind Eiskugeln … alle Elemente im Film existieren auch in der Realität. Wer mit Lego gespielt hat, hatte den Großteil der Gegenstände mit ziemlicher Sicherheit schon einmal in der Hand. Wer genauer hinschaut, findet außerdem kleine Hinweise auf frühere Lego-Filme. So sind beispielsweise die Fotos an den Wänden im Haus des Helden, Szenen aus vorherigen Filmen.

 

Während in älteren Streifen darauf geachtet wurde, dass die Lego-Männchen zwar wie die Originale aus dem Kinderzimmer aussehen, sich jedoch möglichst lebensnah bewegen, ruckeln und zuckeln die Figuren nun über den Bildschirm – sie bewegen sich eben so, wie man es von den echten Männchen gewohnt ist. Diese Idee funktioniert ausgesprochen gut und fügt sich hervorragend in das Gesamtbild ein. Zur Qualität des Films tragen außerdem die wirklich guten Synchronsprecher (im Original unter anderem: Morgan Freeman, Will Ferell und Jonah Hill) bei. Alle jenen, die Lust haben für 100 Minuten in die Kindheit zurück zu reisen, sei Lego wärmstens ans Herz gelegt.

 

Mibo

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