Lion King

THE LION KING

Helden meiner Kindheit

 

Wer kann sich noch daran erinnern, als es noch VHS gab? Lang, lang ist es her. Wäre ich fünf bis sieben Jahre später geboren, dann hätte ich das eventuell auch nicht mehr mitbekommen. Aber da ich ein Kind der extrem späten 80er und frühen 90er bin, bin ich mir noch bewusst, was es heißt eine VHS zu zerstören. Und ich habe meine König der Löwen VHS zerstört! Zu schnell vorgespult. Fuck! – Ich war untröstlich. Wenn ich ehrlich bin, hatte sie ihren Zweck auch mehr als erfüllt. Ich bin mir nicht mehr sicher, wie oft ich diesen Film als Kind angeschaut habe – zwei Hände reichen aber nicht, um es abzuzählen. Und dank dieser Tatsache, kann ich auch heute noch (fast) alle Dialoge auswendig mitsprechen. Ich weiß, dass es manchen Elternteil in den 90ern zur Weißglut getrieben hat, wenn die Kinder zum gefühlt 100. Mal mit dem Disney-Streifen ankamen und sie gezwungen waren, Zeit mit den Kindern und dem immer gleichen Film zu verbringen. Ich denke, dass dies eigentlich nur zeigt, wie grandios der Film ist.

 

Wie ich hier schon einmal erwähnte, hege ich eine große Affinität zu Animationsfilmen. Dies kommt sicherlich auch daher, dass ich Disney-Filme schon immer ziemlich cool fand. Das Dschungelbuch, Cap und Capper, Dumbo, Bambi, Pocahontas … und wie sie alle heißen. Ich hab mir jeden einzelnen davon reingezogen. Und natürlich das Disney MEISTERWERK schlechthin: Der König der Löwen.

 

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll um den Film mit Lob zu überschütten. Schon das Intro mit „Nants ingonyama bagithi Baba“ (Ja, so schreibt man das!) zu Beginn des Films, finde ich heute noch übertrieben geil. Dann die Pilgerreise der Tiere zum Königsfelsen und der Flug mit Zazu dorthin. Rafiki und Mufasa begrüßen sich und schließlich wird Simba, der Thronfolger, getauft. Ach ja… schön, schön, schön.

 

Und genauso geht es dann weiter… auf der Reise durch Afrika begleiten wir das Löwenjunge Simba auf seinem Weg zum Erwachsenen. Dabei laufen ihm die ulkigsten Zeitgenossen über den Weg: ziemlich dämliche Hyänen, ein Warzenschwein und ein ziemlich durchtriebenes Erdmännchen – die die Sorglosigkeit wohl so gut verkörpern wie sonst kaum jemand in der Filmwelt – und ein schräger, jedoch ziemlich weißer Mandrill.

 

Der Film sprüht nur so vor Witz und guten Ideen und schafft es wie kaum ein anderer Zeichentrickfilm Emotionen zu transportieren. Von ziemlich lustig bis schrecklich traurig: das Spektrum beinhaltet alle Facetten der Gefühlswelt. Dies verdankt der Film zum Großteil den gut durchdachten Figuren, die trotz ihrer tierischen Erscheinungsbilder, ziemlich menschliche Züge tragen. Außerdem finde ich die Vorstellung, dass auch in der Natur Tiere nicht immer nach dem Prinzip: fressen und gefressen werden existieren, sondern auch friedlich mit- und nebeneinander leben, ziemlich romantisch.

 

Ach ja der Soundtrack ist der Wahnsinn! Es war auch einer der besten der Zunft am Werk: Hans Zimmer. Die Musik gewann zwei Oscars. Hans Zimmer für die beste Filmmusik und das Duo Elton John/Tim Rice für den besten Filmsong für Can You Feel the Love Tonight. Ich persönlich hätte die Auszeichnung an Hakuna Matata, einer meiner Lieblingssongs überhaupt, verliehen.

 

Falls ihr Eltern seid, oder vorhabt jemals Kinder zu bekommen, lasst sie König der Löwen schauen. 100.000 Mal, wenn sie wollen. Vielleicht seht ihr dann dieselbe Begeisterung in den Augen aufblitzen, wie ihr sie damals empfunden habt. Selbst ist man für diesen Film auch niemals zu alt. In jedem von uns wohnt ein Kind – wir dürfen es nur nicht vergessen.

 

Mibo

Top