IRON FISTS

THE MAN WITH THE IRON FISTS

Wild Wild East

 

Da hat RZA also einen rausgehauen. Für The Man with the Iron Fists hat das Wu-Tang-Gründungsmitglied kurzer Hand Regie, Drehbuch, Soundtrack und Hauptrolle übernommen. Also eigentlich fast alles. Gut, wäre er Eddie Murphy hätte er noch einen Fetten und die weibliche Hauptrolle gespielt.

 

Das RZA ein großer Fan der asiatischen Kultur, und damit auch von Kung-Fu-Filmen, ist schon seit langem bekannt. Deswegen ist es auch nicht so abwegig, dass er einen astreinen Eastern bzw. Martial-Arts-Film produziert. Wie in den meisten Filmen dieser Art, jedenfalls die, die ich kenne, ist das Hauptmotiv Rache. Wir befinden uns im China des 19. Jahrhunderts. Zwei Brüder töten ihren Vater, um an sein Vermächtnis zu kommen. Das erfährt ihr jüngerer Bruder und schwört Rache. Natürlich haben die gemeinen Brüder einen übermächtigen Söldner (Dave Batista) auf ihrer Seite und natürlich gibt es einen guten Mann, der irgendwie zwischen die Fronten gerät (RZA), der dann später auch nach Rache sinnt. Und was will eigentlich dieser geheimnisvolle Mann aus dem Westen (Russell Crowe)? Da die weibliche Hauptrolle ja nicht von Eddie Murphy gespielt wird, übernimmt Lucy Liu die Rolle der durchtriebenen Puffmutter.

 

Ich bin ja eigentlich ein Fan von RZA. Ich mag ihn. Er ist mir sympathisch. Aber was soll ich zu diesem Film sagen? Eine Hommage ist schön und gut, doch irgendwie missfällt mir an dem Film wirklich viel. Zunächst sehen die meisten Kulissen so was von billig aus, dass es mir fast die Laune verdorben hätte. Vielleicht hat Russell Crowes Gage die gesamte Kohle gefressen. Dazu wirkt viel nicht wie eine Hommage an Kung-Fu-Filme, sondern eher an Tarantino-Filme (Tarantino präsentiert den Film auch zu Beginn). Der lebt aber noch und kann das insgesamt etwas besser als RZA. Nichts an dem Film fühlt sich neu oder frisch an. Hinzu zu alledem kommt noch, dass RZA wirklich kein guter Schauspieler ist. Für diesen Film sind eigentlich keine Meisterleistungen gefragt, aber auch dafür hat es eher weniger gereicht. Auch die anderen Schauspieler bekleckern sich nicht mit Ruhm. Als Ausnahme kann man Russell Crowe gelten lassen, wobei er sich in manchen Kampfszenen eher wie ein angeschossener Tanzbär bewegt. Vielleicht begreife ich auch den Humor nicht, der hinter den schwachen Leistungen steht, würde die Sache aber dennoch nicht besser machen.

 

Nun zum Soundtrack. Ich finde die Musikauswahl richtig gut, was daran liegt, dass Rap auch meinen Musikgeschmack trifft. Allerdings spielt der Film im 19. Jahrhundert, was wiederum, zusammen mit ein paar Gadgets, die im Film auftauchen, an Wild Wild West erinnert – jedenfalls mich. Das ist kein Kompliment.

 

Ist alles schlecht am Mann mit den eisernen Fäusten? Nein! Jetzt aufgepasst, denn es kommt die Empfehlung, sich den Film anzuschauen. ABER: Ich würde es vornehmlich denjenigen empfehlen, die mit Brutalität und teilweise dadurch entstehenden Humor gut finden. Denn mit Kunstblut wurde nicht gespart. Wahrscheinlich ist das Beste man schaut sich den Film mit ein paar Freunden an und trinkt dabei. Mein Tipp wäre ein Trinkspiel bei dem man jedes Mal trinkt, wenn man einen Asiaten sieht. Könnte lustig werden.

 

Jan

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