Vielleicht lieber morgen

THE PERKS OF BEING A WALLFLOWER

Erwachsenwerden.

 

Wer kann, der kann. Autor Stephen Chbosky hat bei der Verfilmung seines eigenen Romans, The Perks of Being a Wallflower, nicht nur das Drehbuch geschrieben, sondern auch selbst Regie geführt. Das Resultat ist ein Filmjuwel, welches man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

Hier meine Gedanken zum wohl berührendsten Film des letzten Jahres:

 

Es muss Anfang der 90er sein. Irgendwo in Amerika. Unser schüchterner Protagonist steuert auf sein erstes Jahr an der Highschool zu. Als Außenseiter hat er das Glück auf zwei besondere Schüler des älteren Jahrgangs zu treffen: Sam (gespielt von der zauberhaften Emma Watson) und Patrick (Ezra Miller). Sie nehmen ihn unter ihre Fittiche und zeigen ihm das wahre Leben. Loslassen. Fühlen. Lieben.

 

Diesen Film sollte man sich (wie eigentlich alle Filme) unbedingt im englischen Originalton ansehen. Die schauspielerische Leistung der drei Hauptdarsteller ist so natürlich, so wundervoll großartig. Es wäre wirklich traurig, wenn die Magie des sonst so vollkommenen Filmes durch Hermine Granger‘s deutsche Synchronstimme zerstört werden würde.

 

Magie. Das macht diesen Film aus. Wer von euch kam noch nie in den Sog des Verliebtseins?! Und so oft schien es, als ob das Gefühl nicht erwidert wird. Merkt die Person überhaupt das ich „ein bisschen mehr als Freundschaft“ für Sie empfinde? Ist Sie eine Nummer zu groß für mich? Der Autor spielt genau mit diesen Gefühlen. Als Zuschauer trifft es dich. Ganz tief in dir drin. Da schlummert etwas. Etwas, das vielleicht schon lange nicht mehr da war. Wer sich darauf einlassen kann, wird eine tief berührende Boxautofahrt der Erinnerungen und Gefühle erleben.

 

Ich kann nicht oft genug betonen wie wertvoll dieser Film für mich ist. Auf der einen Seite die sentimentale Mischung aus einfühlsamer Melancholie. Verträumter Zärtlichkeit. Leisen, schönen, intimen Momenten. Eine Zwischenmenschlichkeit, so detailliert und natürlich dargestellt das es fast real wirkt. Auf der anderen Seite das Ungewisse. Das Mitleiden mit den Charakteren. Die sozialen Aspekte, die Angst vor dem Versagen. Die naive, dennoch charmant wirkende, schwebende Hoffnung am Ende des Tunnels. Das schöne daran, der Film wird nie langweilig. Die Geschichte bleibt bis zuletzt spannend und offen.

 

Fazit? Entspannen. Eintauchen. Genießen. Du bist zu cool für solche Filme? Dann muss ich einen deutschen „Dichter“ mit Hornbrille zitieren: „Wer den Song hier wack findet, weil er zu smoove is – der is´n armer Wichser – der nich zugeben kann, dass er Gefühle hat!“

 

Flo

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